Archive for 2013

Pogrome verhindern bevor sie entstehen - Demo am 09.11.2013 in Greiz




Gestern war ich zum ersten mal auf einer Demo. Es war in Greiz. Wir waren ca. 500 Menschen und es verlief alles friedlich. Die Reden, die gehalten wurden, waren sehr informativ und haben mich auf der gleichen Seite sehr erschrocken. So etwas in Deutschland? In einem freiem, demokratischem Land? In einem Land, in dem die Würde des Menschen unantastbar ist? Tatsächlich? Ich kann es immer noch nicht glauben.
Es ging um die Flüchtlinge. Ein drittes Flüchtlingsheim ist in einem ehemaligem Internat eröffnet worden. Das Internat ist übrigens geschlossen worden, weil es für die Schüler unzumutbar ist. Es soll im Jahr 2014 abgerissen werden. Jetzt leben dort die Flüchtlinge in unzumutbaren Bedingungen.
In Greiz gibt es immer noch das Gutscheinsystem. Das bedeutet, dass die Flüchtlinge anstelle von Geld Gutscheine bekommen und nur in bestimmten Läden einkaufen gehen dürfen. Außerdem dürfen sie sich die Klamotten nicht selber kaufen, sondern bekommen diese ausgeteilt. Die Qualität ist teilweise derartig schlecht, dass die Schuhe nach einem Monat auseinander fallen. Ich muss nicht extra erwähnen, dass sie dann alle gleich herumlaufen und in ihrer Persönlichkeit sehr stark eingeschränkt werden.
Das Asylverfahren dauert Jahre. In der Zeit dürfen die Flüchtlinge nicht arbeiten gehen. Auch wenn sie selber Geld verdienen wollen, dürfen sie das nicht. Wie sollen sie so die deutsche Sprache und die deutsche Kultur kennen lernen? Wie soll das funktionieren, wenn die Menschen in der Stadt dich nicht haben wollen?

Ich bin echt schockiert. Ich bin auch schockiert, dass manche Bürger dagegen sind, Flüchtlingen zu helfen - und das aus wirtschaftlichen Gründen. Da sieht man, wie die Prioritäten gesetzt werden. Geld vor Mensch.
Deutschland sei ja außerdem zu voll. Es gibt keinen Platz für Flüchtlinge. Deshalb haben wir auch Probleme mit dem demografischem Wandel.
Deutschland hat auch kein Geld für Flüchtlinge. Das ganze ist für die Rettung der Banken drauf gegangen. Und das ist selbstverständlich viel wichtiger als ein paar Menschenleben!

Vor ein paar Tagen war ich auch in einer Diskussion in der Uni, in der es um den Syrienkonflikt ging. Ein junger Mann (ich glaube, er war in meinem Alter) ist vor 6 Monaten nach Deutschland geflüchtet und hat davon berichtet, wie das ganze angefangen hat.
Zwei kleine Kinder haben im Süden des Landes an die Wand geschrieben, dass sie mit der Regierung nicht zufrieden sind. Zwei kleine Kinder, die keine Ahnung von Politik haben, weil es Kinder sind. Zwei kleine Kinder, die nicht ein mal wussten, was sie da machen.
Sie wurden gefangen genommen und gefoltert. Am Ende wurden sie umgebracht. Die Leichen hat man den Eltern nicht gegeben mit der Begründungen, dass die Kinder eh noch klein gewesen sind und das die Eltern ein paar neue Kinder in die Welt setzen können.
Daraufhin demonstrierten die Menschen aus der Stadt friedlich. Und wurden brutal niedergeschlagen. Die Wut über die Regierung breitete sich weiter aus. Von Stadt zu Stadt. Der Wunsch nach einer neuen Regierung wurde immer lauter. Und die Regierung entschied jeden Gegner umzubringen.
Jetzt ist es kein Kampf der Syrier. Es ist ein Kampf verschiedener Länder. Alle mischen sich ein. Sei es mit Geld, Waffenlieferung oder dadurch, dass sie in das Land gehen und selber kämpfen. All das will die Bevölkerung nicht. Doch was kann sie schon machen? Wer hört auf sie? Niemand. Stattdessen entscheiden Politiker anderer Länder, was gut ist und was nicht.

Hier und hier findet ihr weiterführende Texte zu der Demo in Greiz.
Am 23.11.2013 wird eine Gegendemo in Greiz stattfinden. Wenn ihr aus er Nähe kommt, solltet ihr auf jeden Fall vorbei schauen und mitmachen.

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reduziert leben: Minimalismus



Heute möchte ich mich mit dem Trend Minimalismus beschäftigen. Minimalistisch leben bedeutet, dass weniger mehr ist. Man ist frei, weil man nicht von den unnötigen Dingen erdrückt wird und sich um andere Dinge kümmern kann, die wichtiger sind.
Der Konsum wird eingeschränkt, man kauft überlegt und nachhaltig. Und man teilt seine Gegenstände  mit anderen Menschen, um einen unnötigen Kauf zu verhindern.
Wenn man von Klamotten absieht, halte ich mich für minimalistisch. Ich mag es nicht, wenn sich Dinge, die ich benutze, mir den Platz wegnehmen. Ich habe kaum Dekorationen in meinem Zimmer, weil sie einfach nur dazu da sind, um Staub zu sammeln. Und auch beim Kauf von anderen Dingen überlege ich, ob ich sie tatsächlich brauche. (Was Klamotten angeht, habe ich schlicht und ergreifend NIE genug. Aber das belastet mich auch nicht. Ich fühle mich wohl, wenn ich eine relativ große Auswahl an Klamotten habe. Trotzdem habe ich meinen Konsum eingeschränkt, siehe Verzicht-Challenge.)
Ich bin es gewohnt, ein oder zwei mal im Jahr auszumisten und das, was ich nicht benötige, wegzuschmeißen / zu verkaufen. Aber mir ist wichtig, dass ich genügend besitze. Wenn eine Wohnung nur auf das Nötigste reduziert ist, ist es für mich zu steril. Ich will eine Wohnung mit Persönlichkeit, mit einer Seele. Deshalb ich mein Bücherregal auch voll. Und es werden noch mehr Bücher und DVDs folgen. Ich will, dass wenn ich Besuch habe, sie sehen, was ich bin.
Nein, ich definiere mich nicht über materielle Dinge. Aber es wäre falsch zu behaupten, dass sie nichts über mich aussagen. Nehmen wir dazu ein ganz simples Beispiel: Kochbücher. Da ich ein paar vegetarische udn vegane Kochbücher im Schrank stehen habe, sage ich jedem, der sie sieht: 'hey, ich verzichte auf tierische Inhaltsstoffe'. Das ist eine Aussage über mich und meine Persönlichkeit. Ich brauche Gegenstände nicht, um meine Persönlichkeit zu bilden, sondern um sie nach Außen zu zeigen. 
Genau so ist es mit der Kleidung: Ich zeige etwas von meiner Persönlichkeit. Das hat jetzt etwas von Klischee-Denken. Aber die Vorurteile sind ja nicht aus der Luft gegriffen. Sie haben einen wahren Kern. Verschiedene Gruppen haben nun mal verschiedene Kleidungsstil. Es macht sagt viel über mich aus, ob ich in einer Joggingshose oder in einem Gothic-Lolita-Kleid oder in einem Anzug oder in den neusten Trends herumlaufe. Ich mache eine kleine Aussage über mich und meine Persönlichkeit.
Und eben weil ich eine Persönlichkeit habe und diese auch zeigen möchte, kann ich mir ein Leben nur mit dem Nötigsten nicht vorstellen. Denn wenn ich ehrlich bin, brauche ich die Bücher und die DVDs nicht, die ich besitze, da ich sie schon mal gesehen habe. Und die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass ich sie noch mal in die Hand nehme. Aber ich möchte mich von ihnen nicht trennen. Da meine Sammlung auch relativ klein ist (5 DVDs, 4 CDs und ca. 40 Bücher), belastet sie mich nicht. Aber ich weiß, dass zu viel Kram für mich nicht gut ist. Klamotten, Schuhe und Taschen sind davon aber ausgeschlossen ;)

Und wie ist es bei euch? Ist euer Leben auch leicht minimalistisch? Oder konsumiert ihr weiter, obwohl ihr keine Verwendung und kein Platz für neue Dinge habt?

Alex

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Die Mutti bleibt!



Ich bin ein verdammt optimistischer Mensch und hatte bis zum Schluss die Hoffnung, dass die Union die nächsten 4 Jahre nicht regieren wird. Aber nö, nein, niemals, das Schicksal hatte andere Pläne. Immerhin darf ich mich weiterhin über die Politik aufregen.
Wisst ihr eigentlich, welche Partei NICHTS zu der Energiewende in ihrem Wahlprogramm stehen hatte? Richtig, die CDU. Genau die Partei, die die Energiewende eingeführt hat. Genau die Partei, die die Leiharbeit unterstützt, weil 'eine Arbeitsstelle besser als keine Arbeitsstelle' ist. Und auch wenn man 10 Jahre als Leiharbeiter arbeitet ist es gut. Dann dauert der Einstieg (dafür ist die Leiharbeit ja laut Merkel da) eben etwas länger. Ist ja auch nicht schlimm. Durch diese Ausbeutung verbessert sich die deutsche Wirtschaft. Kapitalismus vor Menschen!
Wenn einer der CDU-Wähler das liest: Mich interessieren eure Beweggründe! In meinem Freundschaftskreis gibt es niemanden, der die CDU gewählt hat. Die Diskussionen in den Foren habe ich extra gemieden, weil sie doch ziemlich schnell ausarten.
Ich akzeptiere jede Meinung, wenn man (gute!*) Argumente hat. Egal wie sehr sie mir missfällt. Die Meinung sind eben so sehr verschieden wie die Menschen. Und das ist auch gut so ;D

Aber kommen wir mal zu den Fakten. Von 61.903.903 Wahlberechtigten sind 44.289.652 ihrer Bürgerpflicht nachgegangen und haben gewählt, wobei 587.178 bei der Zweitstimme und 688.428 bei der Erststimme ungültig gewählt haben. Die Wahlbeteiligung liegt also bei 71,5%. Zuerst hört sich das anch wenig an aber es sind immer noch 0.8% mehr als im Jahr 2009!
Die Union hat mit 41,5% knapp die absolute Mehrheit verpasst und ist nun auf der Suche nach einem neuen Koalitionspartner, da die FDP mit 4,8% es nicht über die 5%-Hürde geschafft hat. (Immerhin ein kleiner Trost...)
Die Zweitstärkste Partei ist die SPD mit 25,7% der Stimmen. Die Linke hat mit 8,6% mehr Stimmen als die Grünen (8,4%). (Hat das jemanden außer mir genauso überrascht?)
Das bedeutet, dass die Union 311 Sitze, SPD 194, Grüne 63 und Linke 64 Sitze haben.
Wenn euch die Ergebnisse der restlichen Parteien interessieren, klickt hier!

Gerne hört man von CDU-Anhängern die stolze Ansage: "Fast jeder zweite Deutsche hat CDU gewählt!". Diese Aussage finde ich fast schon dreist. Es hat keineswegs jeder zweite CDU gewählt, denn es sind ja gerade mal 71,5% der Bürger überhaupt zur Urne gegangen. Insgesamt hat also nur knapp ein Drittel der Bevölkerung die CDU gewählt. Hinzu kommt, dass durch die 5%-Hürde in diesem Jahr um die 15% aller Stimmen verloren gegangen sind. Dadurch verändert sich die Sitzverteilung im Parlament und es wird möglich, mit 42% die absolute Mehrheit zu erreichen, obwohl die CDU/CSU gerade einmal ein Drittel der Bevölkerung repräsentiert.
15% der Wähler haben nun gar keinen Repräsentanten im Bundestag.
Ein Problem für unsere Demokratie, meiner Meinung nach. Und auch an anderen Stellen werden Rufe nach einer Wahlrechtsreform laut. Spiegel hat dazu einen interessanten Artikel veröffentlicht.

Nun kommen wir zu dem interessantem Teil der Wahl: Mit wem macht es die CDU? Es kommt nur drei Parteien in Frage.

Welche Koalitionen bieten sich also?
Gut, die Linke können wir ausschließen.
Schwarz/Grün wäre eine Möglichkeit, vielleicht sogar mal eine ganz interessante, aber eben auch eine - seien wir mal ehrlich - ziemlich Unwahrscheinliche. Die programmatischen Unterschiede zwischen CDU/CSU und Bündnis 90/Grüne sind groß. Horst Seehofer hat Verhandlungen mit den Grünen bereits ausgeschlossen.
Was bleibt? Das, was ohnehin jeder erwartet hat, das, was sich ein Großteil der Deutschen wünscht:
Die Große Koalition. Sie bietet eine stabile Mehrheit, was gerade für wichtige Fragen im Hinblick auf Europa wichtig ist. 
Von Seiten der CDU lassen sich bereits zarte Annährungen vernehmen: Es kursieren Gerüchte über Steuererhöhungen. 
Doch auch die Große Koalition wirft Probleme auf. Die letzte Regierungszusammenarbeit mit CDU/CSU hatte der SPD nicht gerade gut getan. Außerdem würde eine Große Koalition eine schwache Opposition bedeuten: Während die Regierung dann 503 Sitze auf sich vereinen könnte, blieben der Opposition aus Grünen und Linke lediglich 127 Sitze im Bundestag. Das kann insofern zum Problem werden, als wichtige Möglichkeiten und Instrumente der Opposition eine gewisse Stimmenzahl benötigt wird, über die die Oppostion dann nicht mehr verfügt. So braucht man beispielsweise für die Einberufung eines Untersuchungsausschusses oder für das Normenkontrollverfahren** mindestens ein Viertel aller Abgeordnetenstimmen.
Eine derartig kleine Opposition kann also ihrer vielleicht wichtigsten Funktion nur noch unzureichend nachkommen: Der Regierungskontrolle.

Was kommt also? Schwarz/Grün? Große Koalition? Gar eine Minderheitsregierung der CDU?
Neuwahlen? Oder doch nur wieder eine 180° Wandlung, die wir von den Politikern gewohnt sind (an dieser Stelle möchte ich an den Ein- und wieder Ausstieg aus der Atomkraft erinnern).
Was ist wäre euch lieber?

einige Tage vor der Wahl: Großflächige SPD- und CDU- Plakte. Im Hintergrund: Das Bundesfinanzministerium

*Damit ihr mich besser versteht, hier ein Beispiel eines schlechten Argumentes: 'leben und leben lassen', 'es ist meine ganz persönliche Entscheidung', 'weil die anderen das machen', 'weil das halt so ist', etc. Diese Argumente sagen einfach nichts aus und bringen keine Diskussion voran bzw. verhindern diese. Begründungen wie "Merkel ist mir sympathisch" und "Ich mag Steinbrück nicht" zählen selbstverständlich auch nicht zu den Argumenten.

** Gemeint ist das abstrakte Normenkontrollverfahren. Dabei kann von mindestens einem Viertel der Abgeordneten veranlasst werden, dass ein Gesetz vom Bundesverfassungsgericht auf seine Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz geprüft wird.

Quellen
Quelle 1
Quelle 2
Quelle 3
Quelle 4

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Verzicht-Challenge: 2. Monat

Ein weiterer Monat ist um. Ich muss sagen, dass es mir dieses mal ganz leicht viel, nur drei Sachen zu kaufen. Das liegt keineswegs daran, dass ich mich gewöhnt habe, sondern daran, dass ich für 2 1/2 Wochen bei meinen Großeltern zu besuch war und gar nicht shoppen konnte.
Aber als ich wieder in Deutschland war, musste ich unbedingt shoppen gehen. Ich habe es so sehr vermisst <3 Zum Glück (oder auch nicht?) entspricht die momentane Mode gar nicht meinen Geschmack. Das konnte ich aber in der Drogerie ausgleichen.




Maxi-Rock: Ich bin schon seit Jahren auf der Suche nach dem perfekten Sommerrock! Er sollte weiß, lang und nicht durchsichtig sein. Inzwischen weiß ich, dass das nur ein Traum bleiben wird. Also habe ich in Mango bei diesem Rock zugegriffen. Er passt übrigens hervorragend zu meinen High Heels von Clarks. Ich muss High Heels anziehen, wenn ich mit ihm unterwegs bin, da er mir sonst zu lang ist wie man es auf den Fotos sehen kann ;D
Trenchcoat: Die Wahl zwischen zwei fast gleich aussehenden Trenchcoats ist mir schwer gefallen. Ein Mix aus den beiden wäre wirklich perfekt gewesen! Am Ende habe ich aber gegen den Mantel aus Orsay und für den Mantel aus Zara entschieden. Er sieht einfach interessanter aus und war dazu auch noch günstiger! :)

Mir ist aufgefallen, dass ich, wenn ich durch die Läden gehe und mir etwas anschaue, gleichzeitig auch den Inhalt meines Schrankes durch gehe. Wenn ich etwas ähnliches schon besitze, lege ich es zur Seite. Das schont nicht nur meinen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Immerhin brauch ich wirklich keine 1253468457634168746541 gleich aussehende Tops. 

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Wahlen: Bündnis 90/ Die Grünen


Die Bundestagswahl 2013 rückt näher und näher und mit der unaufhörlich fortschreitenden Zeit, müssen wir auch unsere Parteivorstellungen vervollständigen - schließlich soll ja keine Partei benachteiligt werden. In diesem Sinne dreht sich heute alles um die Grünen(offiziell: Bündnis 90/Die Grünen).


Dass sich diese Partei vor allem dem Naturschutz verschrieben hat, ist ja allgemein bekannt - kein Wunder, der Name lässt schließlich keine Zweifel offen. Doch schon lange handelt es sich bei den Grünen nicht mehr um die klassischen Ökos, die mit selbstgestricktem Wollpulli und Jutebeutel im Reichstag sitzen. Auch sie sind mittlerweile salonfähig geworden, haben sich den gängigen Standards angepasst und an ihrere Radikalität verloren. Was sind also ihre Ziele, wofür stehen die Grünen - außer Naturschutz? Wie sieht es zum Beispiel mit der Wirtschaftspolitik aus?

Aber zunächst mal von Anfang an...

Warum eigentlich der Doppelname?

 Die Partei entstand 1993 durch den Zusammenschluss der westdeutschen Partei "Die Grünen" und der ostdeutschen Partei "Bündnis 90".

Erstere wurde bereits im Januar 1980 in Karlsruhe gegründet.
Die Gründe ihrer Entstehung werden vor allem darin gesehen, dass in Zeiten der sozial-liberalen Koaltion(1969 - 1982) eine starke linke Opposition fehlte. Dies hatte schon während der großen Koalition(1966 - 1969) zur Entstehung der APO - der außerparlamentarischen Opposition geführt, die beispielsweise versucht hatte, sich gegen die geplante Notstandsgesetzgebung zu wehren.
Zudem wurden von den Neuen Sozialen Bewegungen in den 70ern Themen, die die großen Parteien der damaligen Zeit - CDU, SPD und FDP - bis dahin vernachlässigt hatten, in den Mittelpunkt gerückt - so zum Beispiel, Umwelt, Frieden und Frauen.

Bereits drei Jahre nach ihrer Gründung zogen die Grünen mit 5,6% in den Bundestag ein.

Die Fundi-Realo Kontroverse

"Fundis" und "Realos" - vielleicht sind euch diese Begriffe noch aus dem Politik- oder Geschichtsunterricht bekannt.  Uneinigkeiten, insbesondere bezüglich des politischen Vorgehens und der Umsetzung der Ziele der Öko-Bewegung, hatte es schon vor der eigentlichen Parteigründung gegeben. Sie endeten schließlich in der "Fundi-Realo-Kontroverse", die die Spaltung der Grünen in einen realpolitischen und einen fundamentalistischen Flügel beschreibt. 
Während die "Realos", zu deren wichtigsten Vertretern Joschka Fischer zählt, ihre Ziele im Sinne des politischen Systems erreichen wollten, beispielsweise in Form einer Regierungsbeteiligung in einer rot-grünen Koaltion, stellte das Parlament für die "Fundis" lediglich eine Plattform dar, die ihnen eine Möglichkeit bot, ihre Ansichten und Forderungen an die Öffentlichkeit zu bringen. 
Offensichtlich konnten sich die Realos schließlich durchsetzen, die Kontroverse spielt dennoch weiterhin eine Rolle, insbesondere im Bezug auf die innerparteiliche Willensbildung. 



Aber nun zum eigentlich Wichtigen: Inhalte!

Steuern und Finanzen 


Vielleicht habt ihr es mitbekommen - vor einigen Monaten haben die Grünen mit der Ankündigung umfassender Steuererhöhungen Schlagzeile gemacht und deutschlandweit Diskussionen angeregt.
Die geplante Steuerreform soll der sozialen Gerechtigkeit dienen.
Dafür soll beispielsweise der Grundfreibetrag*, der zur Zeit bei 8.130€ liegt, auf mindestens 8.700€ erhöht werden. Gleichzeitig soll der Spitzensteuersatz erhöht werden: Ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 80.000€ soll er bei 49% liegen. Berufstätige, die weniger als 60.000€ verdienen, sollen dagegen entlastet werden. 
Die Grünen erhoffen sich durch diese Pläne um die drei Milliarden Euro Mehreinnahmen.

Zudem ist eine Vermögensabgabe geplant: 1,5% auf ein Nettovermögen von über einer Million Euro. 
Nach 10 Jahren soll sie durch eine Vermögenssteuer ersetzt werden. 

Ein weiterer Plan ist der Grünen ist es, die ihnen zufolge "umweltschädlichen Subventionen" abzuschaffen, so zum Beispiel Ausnahmen bei der Ökosteuer, während die Besteuerung von Heizstoffen und Diesel, sowie die Luftverkehrssteuer reformiert werden soll. 

Die Steuerfahndung soll ausgebaut und eine Bundessteuerverwaltung errichtet werden, um Steuerhinterziehung in Zukunft zu deutlich schwieriger zu gestalten. 

Energie

Klimaschutz ist selbstverständlich nach wie vor ein zentrales der Thema der Grünen.
Geplant ist daher beispielsweise ein Klimaschutzgesetz, welches gesetzlich vorschreibt, dass die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95% (im Vergleich zu 1990) gesenkt werden müssen.
Zudem sollen in diesem Gesetz bestimmte Ziele für Industrie, Verkehr, sowie Land- und Forstwirtschaft vorgegeben sein. 


Wichtig ist natürlich auch die Energiewende:  Bis 2030 soll Strom zu 100% durch regenerative Quellen produziert werden.
Damit trotzdem "faire" Strompreise möglich sind, planen die Grünen, die Befreiungen der Industrie von den Umlagen für Erneuerbare Energien und Stromnetze zu begrenzen und so private Haushalte zu entlasten. 
Da erneuerbare Energiequellen wie Sonne und Wind nicht überall und durchgehend gleichmäßig bezogen werden können, sollen Kraftwerke mögliche Engpässe überbrücken. Diese sollen zukünftig vorwiegend mit Biomasse und nicht mehr mit fossilen Brennstoffen arbeiten.

Arbeit und Soziales

Die Grünen planen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von mindestens 8,50€.
Gleichzeitig soll der Hartz-IV-Regelsatz, der derzeit bei 382€ liegt, auf 420€ erhöht werden.
Diese Erhöhung soll durch den Mindestlohn möglich werden, mit dessen Einführung deutlich weniger Menschen ihr Einkommen aufstocken müssten.
Insgesamt soll der Niedriglohnsektor refomiert werden. So sollen zum Beispiel eine sozialversicherungspflichte Beschäftigung den Minijob ersetzen, prekäre Beschäftigungsverhältnisse sollen eingedämmt werden.

Ein weiteres erklärtes Ziel der Grünen liegt darin, der Benachteiligung der Frau auf dem Arbeitsmarkt ein Ende zu setzen. Um dies durchzusetzen sind verschiedene Gesetze geplant, so beispielsweise ein Gleichstellungsgesetz, das Tarifpartnern wie Betrieben vorschreibt, aktive Maßnahmen zur Gleichstellung von Mann und Frau zu unternehmen.  

Familie

Das Programm der Grünen sieht vor, das Betreuungsgeld("Herdprämie") wieder abzuschaffen und gleichezeitig den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz umfassender zu gestalten: Eltern sollen in Zukunft einen Anspruch auf eine ganztätige Kinderbetreuung haben.

Die eingetragene Lebenspartnerschaft soll der Ehe rechtlich gleichgestellt werden, was unter anderem auch das gleiche Adoptionsrecht mit einschließt.


Gesundheit und Pflege

 
Erklärtes Ziel der Grünen ist es, für mehr Solidarität und eine solide Finanzierung im Gesundheitswesen und bei der Pflege zu sorgen. Erreichen wollen sie dies mit der „grünen Kranken-Bürgerversicherung“ und der „Pflege-Bürgerversicherung“.
In diesen Versicherungen sollen alle Bürger Mitglieder sein und alle Einkunftsarten – darunter zum Beispiel auch Mieteinkünfte und Vermögenseinkommen – sollen zur Finanzierung mit einbezogen werden. Jedoch soll es Freigrenzen für kleine und mittlere Einkommen geben. Kinder sind durch die Bürgerversicherung kostenlos mitversichert.
Die Bürger sollen bei den Versicherungen die freie Wahl haben: Jeder wird aufgenommen, niemand wird aufgrund von Alter, Risiko oder Einkommen benachteiligt.
Insgesamt handelt es sich allerdings nicht um eine Einheitsversicherung: Die Bürgerversicherung kann von gesetzlichen und von privaten Anbietern ausgehen.
Wettbewerb soll nicht durch unterschiedlich hohe Beiträge entstehen, sondern durch Qualität.


Weitere Ziele der Grünen im Gesundheitswesen sind unter anderem die Sicherung einer wohnortnahen gesundheitlichen Versorgung, sowie eine Reform des Pflegebedürftigkeitsbegriff, wodurch die Versorgung von Kranken, beispielsweise Demenzkranken, verbessert werden soll.

 

Rente

Rente: In Zeiten demographischen Wandels, der die Altersstruktur Deutschlands maßgeblich verändern wird, und medizinischen Fortschritts, der den Menschen ein immer längeres Leben ermöglicht, ein heikles Thema.
Um die gefürchtete Altersarmut zu verhindern, streben die Grünen eine Garantierente von mindestens 850€ im Monat an, die durch Steuern finanziert werden soll.
Die Rente soll nach und nach zu einer Bürgerversicherung entwickelt werden, die Erwerbsbeteiligung soll angehoben und das Lohnniveau durch verschiedene Maßnahmen erhöht werden.

Um ein angemessenes Niveau der Renten zu erreichen, soll die Rente sukzessive zu einer Bürgerversicherung entwickelt werden, die Erwerbsbeteiligung soll angehoben und das Lohnniveau mithilfe verschiedener Maßnahmen erhöht werden.
Außerdem erachten die Grünen eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 für nötig. Dafür sollen notwendige Weichen gestellt werden: Mehr altersgerechte Arbeitsplätze sollen eingerichtet und die Chancen älterer Menschen auf dem Arbeitsmarkt insgesamt verbessert werden.
Zudem sollen Übergangslösungen ermöglicht werden, zum Beispiel durch eine Teilrente ab 60 Jahren.


Falls euer Informationsbedürfnis jetzt immer noch nicht befriedigt ist, findet ihr hier das vollständige Wahlprogramm der Grünen für die Bundestagswahl 2013.





*Grundfreibetrag:
Der Grundfreibetrag ist ein steuerfreier Grundbetrag, auf den jeder Einkommenssteuerpflichter ein Recht hat. Er soll absichern, dass das Einkommen, das zur Sicherung des Existenzminimum notwendig ist, nicht auch noch durch Steuern gesenkt wird.  Derzeit beträgt der Grundfreibetrag in Deutschland 8.130€, im nächsten Jahr soll er auf 8.354€ angehoben werden.


Quelle 1
Quelle 2
Quelle 3 

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LASST! EUCH! NICHT! GEHEN!



Es handelt sich hierbei um eine Antwort auf den Artikel LASST! EUCH! GEHEN!
Wir werden aufgerufen, uns gehen zu lassen, damit wir glücklich und zufrieden sterben können und damit wir alles erlebt haben, was es zu erleben gibt. Dazu gehört auch ein Schwangerschaftstest, der zum Glück negativ ausfällt. Außerdem seien wir unserem Körper nichts schuldig. Er soll jedoch für uns fehlerfrei funktionieren. Eine hedonistische Lebenseinstellung bedeutet laut der Autorin ein glückliches Leben.

Das erste, was man liest, ist, dass Selbstoptimierung unnötig ist. Leider bleibt dies unbegründet.
Der Sinn der Evolution ist, dass man immer besser wird, dass man sich immer optimiert. Wieso sollte man es also nicht tun?
Und wenn man schon 'nein' zur Optimierung sagt, sollte man auch bitte konsequent sein. Es wird dann keinen Fortschritt in der Technik und in der Gesellschaft geben. Für diejenigen, die in einem Land leben, in dem Menschenrechtsverletzung an der Tagesordnung stehen und Frauen nichts Wert sind, ist es einfach ein Schlag ins Gesicht.

Für mich ist der Artikel nichts weiter als ein Aufruf zur Selbststörung, da man Drogen bedenkenlos konsumieren und handeln ohne nachzudenken soll. Das Ich und die tierischen Triebe sollen im Vordergrund stehen und uns glücklich machen.
Aber dabei vergisst die Autorin an die Konsequenzen dieser egozentrischen Lebensweise zu denken. Jede Handlung hat Auswirkungen. Und wenn jeder Mensch nur das tun würde, worauf er Lust hat (also ungeschützt durch die Welt vögeln und Drogen konsumieren), wäre die Welt nicht so schön, wie sie jetzt ist. Dann würde keiner für uns das Essen anbauen oder den PC zusammen bauen. Wozu auch? Man kann ja besseres mit seiner wertvollen Lebenszeit anstellen.
Wenn wir also unsere Triebe ungezügelt ausleben wollen, so wie es in den alten Zeiten der Fall war, müssen wir uns von dem Luxus der Gesellschaft verabschieden.
Und von der Sicherheit. Immerhin kann man schnell Opfer einer Gewalttat werden, wenn jeder seinen Trieben nachgehen würde. Denkt an alle Sexualverbrecher und Kinderschänder! Sollen sie etwa auch das Tier in sich auslassen?!
Nein, sollen sie sich nicht. Sie sollen sich verdammt noch mal unserer Gesellschaft anpassen, damit die Mehrheit glücklich ist.

Des Weiteren gefällt mir die Trennung zwischen dem Ich und dem Körper nicht. Ich vertrete die Ansicht, dass es kein Ich ohne der körperlichen Hülle gibt und dass das Ich nur durch die chemischen Prozesse in unserem Körper möglich ist. Damit das Ich überlebt, muss die Hülle überleben. Und genau deshalb sollte man sich um seinen Körper kümmern. 500 kg Gewicht und Drogenkonsum ist einfach nur Selbstzerstörung.
Kein Mensch, der sich liebt, zerstört sich selber. Ich gehöre zu den Menschen, die sich lieben. Deshalb versuche ich das beste für mich, also auch für meinen Körper, zu machen.
Und stellt euch vor: Ich bin glücklich. Eine mögliche Schwangerschaft und ein Kater machen mich eben nicht glücklich. Das zügellose Ausleben der Triebe macht mich auch nicht glücklich.
Denkt von mir nichts falsches: Auch ich konsumiere gelegentlich Alkohol. Aber ich weiß auch, dass es Zellgift ist. Deshalb ist der Alkoholkonsum eingeschränkt. Sonst würde ich mich ja selbst zerstören. Und wenn ich das mache, kann ich mir gleich das Leben nehmen. Das wäre wenigstens nicht so qualvoll.
Auch ich habe ein Sexualleben. Aber ich schütze mich immer vor Krankheiten und einer ungewollten Schwangerschaft, da mich weder das eine noch das andere nicht glücklich machen würde. Es würde sogar Stress und Ärger bedeuten. Ich würde an Lebensqualität verlieren, wenn ich nicht über die Konsequenzen meines Handeln nachdenken würde.
Ich sage nicht, dass man seine Triebe unterdrücken soll (außer es sind Triebe, die anderen schaden). Man sollte sie nur vorsichtig ausleben. Dadurch würde jeder glücklich werden ohne den anderen zu schaden.

Der Leser wird aufgerufen, Spuren zu hinterlassen. Das ginge nur dann, wenn man eben nicht 100% sauber lebt.
Aber wozu müssen wir eine Spur hinterlassen? Vor allem eine, die sagt, dass man auf das Leben anderer keine Rücksicht genommen hat und die Lebensgrundlage vieler Lebewesen zerstört hat? So ganz nach dem Motto 'Nach mir die Sintflut'? Wenn man stirbt, soll der Rest auch sterben? So soll es sein?

Wir sollen außerdem nicht vergessen, dass Menschen nun mal keine Einzelgänger sind und die Gesellschaft brauchen. Aus diesem Grund muss man sich an bestimmte Regeln der Gesellschaft anpassen. Wir brauchen Regeln, damit unsere Ordnung funktioniert. Damit wir jeden Morgen Brötchen kaufen können. Damit wir am Wochenende shoppen gehen. Und, und, und. Das ganze wäre nicht möglich, wenn jeder auf die Regeln scheißen würde. Wir würden in der Anarchie versinken. Und das ist etwas, was die Mehrheit eben nicht will.

Wir wollen Sicherheit, weil sie unsere Überlebenschancen erhöht. Wir wollen glücklich leben und schmerzlos sterben. Dafür müssen wir aber auch über die Folgen unseren Handels nachdenken.

EDIT: Phin hat ebenfalls eine Antwort verfasst. Wer sie lesen will, klickt hier!

Btw, aus welcher Starre bin ich bitte schön rausgeholt worden? Ich wüsste nicht, was sich an meiner Denkweise verändert hat. Aber gut, lassen wir den anderen ihren Glauben.

Alex

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Die CDU/CSU verlangt Pornoverbot



Ich gebe zu, dass diese Forderung alt ist. Aber in Zeiten des Wahlkampfes wird sie wieder gestellt. Deshalb möchte ich zu diesem Thema ein paar Worte loswerden.

Der Plan sieht folgendermaßen aus: Wenn man ein Porno online sehen will, muss man erst einen Antrag stellen. Klingt ganz simpel. Doch hier stellt sich schon die erste Frage: Wer bezahlt den ganzen Spaß? Richtig, der Steuerzahler. Er hat ja zu viel Geld, das er aus dem Fenster schmeißen will. Die Herdpremie reicht nicht.
Und wozu das ganze? Damit die Kinder beschützt werden. Ein ganz schöner Gedanke. Wenn Eltern versagen, springt der Staat ein und legt eine Zensur auf. Es ist immer einfacher die Symptome anstelle der Ursache zu bekämpfen.
Stellen wir uns vor, dass man das durchsetzt: Pornos nur auf Antrag! Werden denn auch die ganzen Serien und Filme zensiert, weil sie zu einem 'gestörten Sexualtrieb' führen können? Immerhin besteht ja die Möglichkeit, dass auch hier manche Eltern nicht gut genug aufpassen und die Kinder sehen, wie X und Y auf dem Klo Sex haben. Was ist außerdem mit der sexuellen Werbung? Wir wissen ja: Sex sells! Und wer darf dann diesen Spaß bezahlen?
Und was ist mit den Pornofilmchen, die die Eltern im Schlafzimmer verstecken? Das Kind kann sie ja jeder Zeit finden und sie sich anschauen. Und schon ist die Schranke umsonst!
Um ganz sicher zu gehen, sollte man Sex für Jugendliche auch noch verbieten. Das könnte sich ja negativ auswirken! Denn manche behaupten ja, dass die jetzige Generation die Generation Porno ist, obwohl das viele Studien wie „Jugendsexualität“ der „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“ das Gegenteil beweisen. Laut ihnen legen die meisten Jugendlichen mehr Wert auf dauerhafte Beziehungen und nicht auf hemmungslosen Sex mit vielen, unterschiedlichen Partner.

Dieser Antrag ist und bleibt ein Nachteil für diejenigen, die sich spontan einen Porno anschauen wollen. Immerhin kostet dieser Zeit und raubt erst mal die Spontanität. Außerdem geht dadurch die Einfachheit und die Anonymität verloren, wenn man sich erst mal die Erlebnis holen muss. Wer will außerdem als Erwachsener bevormundet werden? 

Da man in diesem Fall von Eltern ausgeht, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder vor dem pornografischen Inhalt im Internet (Auf den pornografischen Inhalt in der Werbung, Filmen, Serien achtet ja kaum einer!). Diese Eltern werden wahrscheinlich auch Kinder nicht von Gewaltszenen in den Filmen, Serien und Spielen schützen. Also sollte man auch hierfür einen Antrag ausfüllen müssen, damit die Kinder nicht zu schaden kommen. Am besten bevormundet man einfach alle Menschen in allen Bereichen. Das ist die Lösung! Willkommen in Stasi 2!

Alex

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Nie genug.



Hand aufs Herz: Jeder Mensch hat doch von irgendetwas nie genug und sammelt leidenschaftlich. Sei es Briefmarken, Accessoires, Bücher, Länder (in Form vom Urlaub), Autos, Geld, Zitate, Fotos, Wissen, Blogleser, etc.
Da ich zum Glück sehr wählerisch bin, sind meine Schuh-, Taschen- und Teekannensammlung relativ klein. Das schont nicht nur meinen Geldbeutel, sondern verbraucht auch nicht viel Platz. Aber ein Ankleidezimmer will ich später auf jeden Fall haben. Und einen Schrank, der meine Teekannen und Teeservice zur Geltung bringt.

Auch das Sammeln kann krankhaften Züge annehmen. Das ist dann der Fall, wenn man nicht selektiert und sich von nichts trennen kann. Diese Krankheit ist auch unter dem Namen Messi-Syndrom bekannt und stellt für Betroffene und ihre Angehörige ein großes Problem dar. (Natürlich ist das nicht das einzige Symptom. Für mehr Informationen, klicke hier!)

Wieso sammeln wir überhaupt?
Schon in der Steinzeit war der Mensch ein Sammler und Jäger. Das Sammeln von Essen, Knochen, Fell und Kräutern sicherte sein Überleben. Je größer die Sammlung war, desto höher war auch das Ansehen. Man war den anderen dadurch überlegen.
Und das ist auch bis heute so geblieben. Triebe lassen sich nicht innerhalb von wenigen Generationen zurückbilden, nur weil sie nicht mehr geraucht werden. Der einzige Unterschied zu damals ist das, was wir sammeln. Es sichert nicht unser Überleben, sondern unsere Stellung in der Gesellschaft. Unsere Sammlung ist durch die Vielfalt einzigartig. Wir grenzen uns ab und bilden gleichzeitig Gemeinschaften für Gleichgesinnte. Eitelkeit und Narzissmus spielen dabei eine große Rolle.
Sammeln ist aber auch eine Möglichkeit, etwas zu kompensieren. Sei es eine Kindheit, die von Mangel geprägt war, oder die Einsamkeit. Weil die Leidenschaft Zeit in Anspruch nimmt, lenkt sie von Schwächen und Problemen ab. Dass das keine Heilung der Ursache sondern nur die Bekämpfung der Symptome ist, sollte jedem klar sein.
Wir müssen bedenken, dass wir unserem Trieb unseren Fortschritt zu verdanken haben. Wenn der Mensch nicht so neugierig wäre, hätte er das Wissen nicht angesammelt und das Leben, so wie wir es kennen, wäre nie möglich gewesen.

Unsere Sammelleidenschaft hat starke Auswirkungen auf unser Konsumverhalten. Auch wenn es simpel klingt, erwähne ich es trotzdem. Jetzt sind wir auch bei einem wichtigem Thema angelangt, über das wir demnächst berichten werden. Welche Auswirkungen hat unser Kaufverhalten auf die Welt und welche Macht hat man als Konsument? Diese Fragen und viele weitere werden wir im Laufe der nächsten Wochen beantworten. Ihr dürft gespannt sein!



Alex


Quelle 1
Quelle 2
Quelle 3

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Wahlen: FDP


Herzlichen Willkommen zum nächsten Teil der Parteivorstellungen. Heute widmen wir uns der liberal politischen Partei in Deutschland, kurz FDP, der jetzigen Koalitionspartei der CDU/CSU. Das Ziel des Liberalismus ist, wie der Name schon verrät, die Freiheit auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene. Das übergeordnete Ziel ist die Freiheit des Individuums über der staatlicher Macht.
Das Wahlprogramm ist ein klarer Gegensatz zu dem Wahlprogramm von der SPD, von den Grünen und selbstverständlich von den Linken.







Steuern und Finanzen
Die FDP ist gegen Steuererhöhung und will gesetzlich festlegen, dass nicht mehr als die Hälfte über die Ertragssteuer besteuert werden darf. Sie befürchtet, dass eine Vermögenssteuer die kleinen und mittelständischen Unternehmen zu sehr belasten würde. Dies würde wiederum die Arbeitsplätze zerstören.
Damit wie geplant ab 2015 keine neuen Schulden mehr gemacht werden, will die SPD an Subventionen sparen und die öffentlichen Ausgaben kürzen.
Überdies soll der Solidaritätszuschlag gekürzt und bis 2019 komplett abgeschafft werden.

Energie
Die erneuerbare Energie ist eine vielversprechende Möglichkeit. Man müsse jedoch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ändern, damit die erneuerbaren Energien schneller und besser an den Markt heran geführt werden. Eine Kostensteigerung soll dadurch verhindert werden. Sie halten jedoch an den Ausnahmen wie energieintensiven Unternehmen fest. Diese seien für die Wettbewerbsfähigkeit notwendig.
Darüber hinaus spricht sich die Partei gegen Zwangssanierungen aus.

Arbeit und Soziales
Die liberale Partei ist gegen gesetzlichen Mindestlohn. Zudem wollen sie den Einstieg in das Arbeitsleben im Altern erleichtern. Die Zuverdienstgrenze soll komplett aufgehoben worden. Außerdem soll es möglich sein ab den 60. Lebensjahr frei zu wählen, wenn man in die Rente geht, falls die private, gesetzliche und betriebliche Vorsorge über dem Grundsicherungsniveau liegt.
Außerdem will sie Bürgergeld einführen, welches die Bemühungen des Einzelnen berücksichtigen soll. Dabei werden Arbeitslosengeld II einschließlich der Leistungen für Wohnen und Heizung, das Sozialgeld, die Grundsicherung im Alter, die Sozialhilfe (ohne Sozialhilfe in besonderen Lebenslagen), der Kinderzuschlag und das Wohngeld zusammen gefasst. 

Familie
Das vor kurzen von ihnen eingeführte Betreuungsgeld soll auf den Prüfstand und die Betreuungsmöglichkeit für unter 3-Jährige soll weiter ausgebaut werden, wobei hier die Länder verpflichtet sind. Familie und Arbeit soll durch flexible Arbeitszeiten und Heimarbeit erleichtert werden.
Die kinderbezogenen Leistungen sollen auf eine Kinderkarte gebündelt werden.
Fernen sollen eingetragene Lebenspartnerschaften mit der Ehe gleichgestellt werden.

Gesundheit und Pflege
Die FDP möchte auch bei gesetzlichen Krankenkassen das Kostenerstattungsprinzip einführen. Das bedeutet, dass der Patient zunächst selber die Rechnung bezahlt und danach das bei der Krankenkasse einreicht.
Hin zu kommt, dass sie die Beitragsautonomie der Krankenkasse unterstützen. Der Versicherungsbeiträge sollen von den Löhnen und Gehälter abgekoppelt werden.


Hier geht es zu dem ganzen Wahlprogramm der FDP.


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Flohmarkt

Wir waren dieses Wochenende auf dem Flohmarkt und wollen euch berichten, wie es dort war.
Wieso wir dahin gehen? Nun, nach dem Ausmisten hatten wir genug Sachen, die wir nicht mehr brauchen.



Kurz vor 7 kamen wir dort und fingen mit dem Entladen der Sachen und dem Aufstellen des Tisches an. In der Zeit durchsuchten schon irgendwelche Männer unsere Kisten! Unhöflicher geht's gar nicht in meinen Augen - die 10 Minuten hätte man warten können. Oder eben einfach fragen. Aber einfach so an die unausgepackten Sachen rangehen und durchwühlen?



Zum Glück hat das Wetter an dem Tag gut mit uns gemeint. Es regnete nicht und war auch nicht zu heiß. Dementsprechend waren auch viele Menschen dort. Die meisten machten jedoch den Anschein, dass sie die Sachen umsonst haben wollen. Wenn ein Top schon 1€ gekostet hat, wollten sie ihn für 50 Cent und ja, 75 Cent waren auch zu teuer. Es ist ja nicht so, dass man im Laden mindestens 5€ dafür bezahlt!
Dreiste Angebote gab's sehr oft. Zum Beispiel kostete ein Klein 8€ und eine Frau schlug 3€ vor. Mehr 50% Rabatt für ein gut erhaltenes, kaum getragenes, schönes Kleid.



Zwei von uns haben ein Null-Null-Geschäft gemacht (die Miete für den Tisch betrug 10€), während die dritte relativ viel verdient hat.
Es wird ein nächstes Mal geben. Wir haben beschlossen noch mehr Sachen mitzunehmen, weil das die Wahrscheinlichkeit steigert etwas zu verkaufen. Dafür werden wir einfach unseren Kellern ausmisten. Da verstecken sich ja oft Schätze. Und man wird das Zeug endlich los! Das Motto 'besser etwas als nichts' ist da auf jeden Fall zutreffend.

Wir haben uns selber ein paar Sachen zugelegt. Die Bücher waren dort sehr günstig und einfach nur ein Schnäppchen, anders kann man das nicht beschreiben. Auch die Küchenausstattung war sehr günstig. In einem Laden hätte man nie für 4€ eine Auflaufform gekauft. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Wart ihr schon mal auf einem Flohmarkt? Und wenn ja, wie fandet ihr es dort?

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Schatz, hast du zugenommen?



Vor kurzem bin ich über diesen Artikel gestolpert und muss einfach meinen Senf dazu geben.

Stellt euch vor, dass euer Partner zunimmt. Solange es nur ein paar Kilos mehr sind, wird es kaum auffallen und auch nicht der Rede wert sein.
Aber was ist, wenn es mehr als ein paar Kilos sind? Was ist, wenn der Partner sich derartig gehen lässt, dass man ihn bald nicht mehr attraktiv findet? Darunter wird das sexuelle Leben leiden. Und damit das nicht passiert, sollte man seinen Partner darauf ansprechen. Er kann immer noch den gleichen Charakter haben aber wenn man den Körper nicht mehr erotisch findet, hilft der Charakter auch nicht weiter.
In meinen Augen sollte der Partner in so einem Fall interessiert daran sein, dem Partner wieder zu gefallen. Denn wenn er das nicht macht, ist es wie ein Schlag ins Gesicht, weil ihm das Sexleben und die Meinung des Partner vollkommen egal sind - nicht die perfekte Basis für eine glückliche Beziehung.
Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich möchte nicht, dass sich jemand in einer Beziehung verstellt. Aber Rücksicht nehmen ist in einer Partnerschaft angebracht. Leben und leben lassen hat auch seine Grenzen! Und die sind dann erreicht, wenn sich eine Person nicht wohlfühlt. Das ist in unserem Beispiel der Fall.
Wenn ich in so einer Situation stecken würde, würde ich mir meinen Partner schnappen und regelmäßig mit ihm ins Fitnessstudio gehen. Auf das Essen zu zweit würde ich selbstverständlich nicht verzichten wollen. Denn solange man genügend Sport macht und nicht zu viele Kalorien zu sich nimmt, ist alles im grünem Bereich.
Selbstverständlich sollte der Partner das schonend beibringen. Sätze wie 'Man, bist du fett geworden' sind selbstverständlich tabu. Und wenn der Partner das doch sagt, sollte man tatsächlich darüber nachdenken, nicht die überschüssigen Funde sondern ihn loswerden. Der Partner sollte schon über ein gewisses Einfühlungsvermögen besitzen, nicht wahr?

Andersrum wäre es genauso: Angenommen mal ich könnte zunehmen, was ich ja nicht kann (für mehr Informationen klicke hier), würde ich mich darüber freuen, dass der Partner mich darauf anspricht. So viel Vertrauen und Ehrlichkeit sollte jede gut funktionierende Beziehung haben. Klar, es würde mich im ersten Moment kränken. Aber wenn mich die Wahrheit kränkt, für die mein Partner nicht verantwortlich ist, sollte ich sie ändern und nicht auf meinen Partner wütend sein.

Die Situation sieht anders aus, wenn es gesundheitlich bedingt ist. Dann hat man keinen Einfluss auf die Gewichstzunahme. Nur sollte das nicht eine Ausrede dafür sein, dass man auf ein mal doppelt so viel wiegt. Solange es die Möglichkeit gibt, einer starken Gewichtszunahme (oder eben Abnahme - mit Magersucht ist nicht zu spaßen) entgegen zu wirken, sollte man diese nutzen.

Und wie seht ihr das? Hat man das Recht den Partner auf die Gewichtszunahme anzusprechen oder ihn sogar zu bitten abzunehmen?

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Verzicht-Challenge: 1. Monat

Ich mache bei dieser Challenge seit einem Monat mit. Es wird Zeit davon zu berichten, wie es sich anfühlt, höchstens drei neue Teile pro Monat zu kaufen.
Ich LIEBE es ja zu shoppen - es fällt mir also alles andere leicht! Vor allem wenn du dann durch die Läden gehst und etwas schönes siehst. Am schwierigsten ist es sich zurück zu halten, wenn die Sachen reduziert sind. Ich bin einfach eine Schnäppchenjägerin. Und wer weiß, wann die nächste Möglichkeit für so etwas tolles kommt? Vor allem habe ich bei reduzierten Artikeln nie ein schlechtes Gewissen, weil ich ja eigentlich gespart habe. Wir hätten eine Regel einführen sollen, dass Sale-Waren einfach nicht mitzählen. Dann hätte ich diesen Monat nur die Schuhe gekauft :)



Blazer: Da ich nur einen habe und meine Blazersammlung vergrößern will, habe ich zugegriffen - er war immerhin um 50% reduziert! Außerdem brauchte ich einen unbedingt für die mündliche Prüfung.
Schuhe: Der Kauf war nicht so ganz freiwillig. Ich hatte überhaupt keine Wahl. Meine Mutter ist der Meinung, dass ich keinen schönen flachen Schuhe habe (es gibt nun mal keine schönen flachen Schuhe). Als sie diese Schuhe sah, hat sie sich in sie verliebt. Ich musste sie also haben - sie hat genügend Sneakers.
Kleid: Auch hier hab ich 50% gespart. Eigentlich ist das Kleid gar nicht mein Stil. Aber weil es so luftig ist dachte ich, dass es ideal für den Sommer ist.

Es war schwer, weil eine Entscheidung für einen Kauf bedeutete, dass ich mich gegen etwas entscheiden musste. Zum Beispiel gegen das wunderschöne Kleid. Oder gegen die Unterwäsche, die reduziert war und bei der ich normalerweise sofort zugegriffen hätte - davon hat man ja nie genug!
Aber es hat meinen Geldbeutel auf jeden Fall geschont. Angesichts meines Urlaubes und den geplanten Sommeraktivitäten war das auch sehr passend!


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Wahlsystem in Deutschland



Wie wähle ich?

Die Zweitstimme zählt – diesen Slogan haben sicherlich die meisten schon mal gehört. Und dennoch weiß gerade mal die Hälfte der Bürger (in den neuen Bundesländern sogar weniger!) wie Wahlen in Deutschland funktionieren – erschreckend, meiner Meinung nach.

Am 22. September 2013 wird der 18. Deutsche Bundestag gewählt und damit ihr auch alle brav eure Stimme abgebt, hier eine kleine Nachhilfe zum Thema „Wie wähle ich?“

Ihr habt zwei Stimmen. Wie bereits angedeutet ist die zweite jedoch die entscheidende, was vielen Bürgern nicht klar zu sein scheint.
Mit der ersten Stimme wählt ihr euren Wahlkreisabgeordneten direkt in den Bundestag, über das sogenannte Direktmandat. Hier wird nach Mehrheitswahlrecht entschieden, das heißt, der Kandidat, der in einem Kreis die meisten Stimmen erhält, zieht direkt in den Bundestag ein, die Stimmen für die anderen Kandidaten gehen also praktisch verloren. Dieses System kennt der ein oder andere möglicherweise auch aus dem Englisch-Unterricht: Es findet im englischsprachigen Raum (USA, Canada, Groß-Britannien) als „First-Past-the-Post-System“ Gebrauch und stößt hier nicht selten auf Kritik.
Nun zur Zweitstimme: Mit dieser wählt ihr eine Partei. Das Entscheidende ist nun, dass hier das Verhältniswahlrecht gilt. Das bedeutet, jede Stimme zählt und die Gesamtzahl der gewonnen Wählerstimmen gibt die Stärke der Partei im Bundestag, also die Anzahl der Sitze, an.

Die Direktmandate, die eine Partei gewonnen hat, werden ihr auf diese Sitze angerechnet. Der Rest der Sitze wird dann über die Landeslisten der Parteien (auf diesen listen die Parteien weitere Kandidaten auf, die je nach Listenplatz dann als Abgeordnete in den Bundestag einziehen) aufgefüllt.
In der Praxis sieht das dann so aus: Von Partei A ziehen 20 Kandidaten über Direktmandate in den Bundestag ein. Nach abgegebenen Zweitstimmen stehen ihr jedoch 50 Sitze im Parlament zu. Daher kann sie noch 30 Sitze über die Landesliste besetzen.

Wenn eine Partei nun aber mehr Direktmandate erlangt, als sie Sitze über gewonnene Zweitstimmen erhalten hat, spricht man von Überhangmandaten: Dem Abgeordneten, der über ein Direktmandat in den Bundestag eingezogen ist, kann dieses nicht mehr entzogen werden. Somit hat die Partei mehr Sitze, als ihr eigentlich nach Zweitstimmenverteilung zustehen.
Damit das Verhältnis im Bundestag dennoch gleich bleibt, wurden kürzlich Ausgleichsmandate eingeführt, die Sitze einer Partei werden also entsprechend an die durch Überhangmandate gestiegene Größe des Bundestags angepasst.

Eine weitere Besonderheit unseres Wahlsystems, die noch zu nennen ist, ist die Sperrklausel: Eine Partei muss mindestens 3 Direktmandate bzw. mindestens 5% der Wählerstimmen erhalten, um in den Bundestag einziehen zu können. Erzielt eine Partei also beispielsweise kein Direktmandat und nur 3% der Stimmen, verfallen diese Stimmen praktisch.
Diese Prozenthürde wurde ursprünglich als Lehre aus der Weimarer Republik eingeführt: Das Parlament der Weimarer Republik, der Reichstag, war in so viele kleine Parteien zersplittert, dass die Entscheidungsfindung und Mehrheitsbildung sich entsprechend problematisch gestaltete.



So, ich hoffe ich konnte etwas Klarheit in unser doch etwas kompliziertes System bringen und möchte euch natürlich ermuntern, im September eurer Aufgabe als Bürger der Bundesrepublik Deutschland nachzukommen und ganz vorbildlich wählen zu gehen.
Denn unsere Demokratie stützt sich auf ihre Legitimation durch Wahlen, Wählen ist unsere wichtigste Partizipationsmöglichkeit und entgegen jeglichem weit verbreiteten Pessimismus bin ich immer noch ganz idealistisch und davon überzeugt, dass jede Stimme zählt! ;-)

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Mensch vs. Zeit

Dieser Artikel nimmt an dieser Blogparade Teil.
Stellen Sie sich vor, ein Kollege, ein Existenzgründer oder ein neuer Mitarbeiter kommt zu Ihnen und fragt Sie: Welches ist Ihr wichtigster Tipp, damit ich produktiver arbeiten kann? Welches ist Ihr wichtigster Zeitmanagement-Tipp?




Man lebt nur ein mal. Deshalb ist es umso wichtiger, nicht nur zu leben sondern das Leben auch zu genießen. Doch wie sieht das perfekte Zeitmanagement aus? Hier stelle ich euch Schritt-für-Schritt-Anleitung vor!

1. Prioritäten setzen!
Man kommt weder privat noch im beruflichen Leben weit, wenn man wichtiges von unwichtigem nicht unterscheiden kann. Am besten orientiert man sich dabei an den Konsequenzen: Was passiert, wenn ich mit meinen Freunden nicht in die Bar gehe, sondern stattdessen am meiner Masterarbeit schreibe? Solange es kein besonderer, einmaliger Besuch ist, wird Ihnen das Nichterscheinen niemand übel nehmen.
Falls man mehrere wichtige Ziele hat, sollte man im zweiten Schritt sie nach ihrer Dringlichkeit sortieren.
Auf diese Weise können sie Ihre Termine erstellen und koordinieren.

2. Pufferzeit einplanen!
Das Leben ist unberechenbar und auch unser Versuch Ordnung in das Chaos zu bringen kann scheitern. Wenn die Bahn Verspätung hat oder ein Meeting länger dauert als geplant, ist der ganze Tagesablauf durcheinander. Sie geraten in Zeitdruck und Stress.
Also bereiten Sie sich auf das unvorhersehbare vor und planen extra Zeit zwischen den verschiedenen Terminen ein - man weiß ja nie, was passiert!

3. Pausen einlegen!
Machen Sie sich nicht vor: Sie können 8 Stunden am Stück nicht arbeiten. Und wenn Sie es doch machen, nimmt Ihre Leistung ab. Also gönnen Sie sich Pausen, sofern das möglich ist. Natürlich nicht zu viele - Sie wollen ja noch was schaffen!

4. Egoistisch sein!
Das erste mal klingt der Satz fies. Aber es ist wichtig auch mal an sich und nur an sich zu denken! Es ist zwar schön, dass sie dem Bruder Ihrer Partnerin/Ihres Partners oder Ihren Kollegen helfen wollen, aber Sie können nicht der ganzen Welt helfen. Noch weniger können Sie Ihre ganze Zeit für andere opfern. Immerhin brauchen Sie auch Zeit für dich. Ihr Körper braucht regelmäßig Pausen, um sein Akku wieder aufzuladen! Also planen Sie am besten einen Tag ein, an dem sie nur das machen, was Ihnen gut tut! Sonntag ist dafür optimal: Sie können ausschlafen, was leckeres Kochen, Sport machen, ihre Haut verwöhnen - eben das, wofür Sie sonst keine Zeit haben!
Sie wollen ja keinen Born-Out-Syndrom bekommen, oder?!

5. Disziplin!
Auch der beste Plan nützt nichts, wenn Sie sich nicht daran halten. Entweder sind es die Freunde, der Fernseher, der PC oder das Handy. Was macht man also? Genau! Was beseitigt die Störfaktor. Handy, Telefon und PC aus und erst dann wieder einschalten, wenn man fertig ist. Auch der Freund/die Freundin wird es Ihnen nicht übel nehmen, wenn Sie später telefonieren.
Lassen Sie die Ausreden einfach weg!

6. Belohnungen einsetzen!
Falls die Konsequenzen Ihres Nichtstuns und Ihres Trödeln Sie nicht nicht motivieren, sollen Sie es auf jeden Fall mit Belohnungen versuchen. Diese muss auf jeden Fall passend zu der Aufgabe sein, die Sie gemeistert haben! Es muss ja nicht immer ein Spa-Besuch sein.
Auch mit Arbeit können Sie sich belohnen: Verschieben Sie einfach den Teil, den Sie am meisten mögen, wenn möglich nach hinten und kümmern sich erst um die Sachen, die Ihnen nicht so sehr gefallen. Da Sie diese so schnell wie möglich hinter sich bringen und zum guten Teil der Arbeit übergehen wollen, werden Sie auch schnell fertig sein!


Das Thema ist zu komplex als das ich es auf einen Tipp reduzieren kann. Ich habe meine wichtigsten Tipps gefunden, die zu einem nahe zu perfekten Tagesablauf führen können und die das Leben ungemein erleichtern, sofern sie angewendet werden. 

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Wahlen: SPD




SPD: Das WIR entscheidet!

Am 22. September finden Wahlen für den Bundestag in allen Bundesländern und für Landtag in Hessen statt.
Ein Grund für uns uns noch mehr mit den Parteien auseinander zu setzen. Heute widmen wir uns der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands), einer der ältesten Parteien Deutschlands. Ihr Vorläufer aus dem Jahr 1863 ist der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein. Sie ist die Mitgliederpartei der Sozialdemokratischen Partei Europas.
Ich will euch nicht weiter mit dem Hinterfreund, der Entwicklung, der Aufbau der Partei nerven (das machen wir an einer anderen Stelle ;D ) und komme gleich zum Herzstück: Dem Parteiprogramm. Um genau zu sein zu dem Programm von 2013 bis 2017. Hier kann man das ganze 120-Seiten-Programm herunterladen. Es ist übrigens in dem SPD-Bürger-Dialog entwickelt worden. 

Weil die Zahl der Beschäftigten mit Niedriglöhnen wächst (im Jahr 2000 waren es 6,63 Millionen, 10 Jahre später sind es 7,92 Millionen) möchte die SPD einen flächendeckenden Mindestlohn einführen. Ob der Mindestlohn sinnvoll ist, diskutieren wir an einer anderen Stelle.
Des Weiteren will SPD noch mehr in Bildung investieren und noch mehr Bildungsgleichheit schaffen. Sie wird sich auch für einen bezahlbaren Wohnraum einsetzen. 





Steuer und Finanzen
Die SPD setzt sich für eine Regulierung der Märkte ein. Dazu gehört die Finanztransaktionssteuer, strenge Eigenkapitalvorschriften für Banken sowie eine klare Trennung zwischen Inverstment- und Geschäftsbanken. Außerdem soll es ein Verbot für Nahrungsmittel- und Rohstoffspekulationen geben.
Überdies ist eine angemessen Vermögenssteuer geplant, die der Erhöhung der Investitionen in Bildung dient. Damit ein normales Einfamilienhaus nicht von der Vermögenssteuer betroffen ist, soll es bei Privatpersonen hohe Freibeträge geben. Das bedeutet eine Steuer von 49% anstelle von 42% bei einem Einkommen von 100000€ und ab 200000€ bei Eheleuten. Des Weiteren sollen steuerliche Privilegien 'für einzelne Interessengruppen', die von CDU/CSU und FDP eingeführt worden sind, rückgängig gemacht werden. Auch soll der Steuerbetrug stärker bekämpft werden.

Energie
Die Energiewende soll mithilfe eines Energieministerium gesteuert werden, das für die Bezahlbarkeit und Entlastung der Haushalte sowie produzierender Wirtschaft zum Beispiel in Form von Stromsteuer sorgt. Deshalb wird eine Reform des Erneubare-Energien-Gesetztes notwendig sein.
Bei Modernisierung und Ausbau der Netzinfrastruktur soll der Staat eingreifen, indem er sich an der Netz-AG und ihren Erträgen beteiligt.

Arbeit und Soziales
Das von CDU/CSU und FDP eingeführte Betreuungsgeld soll abgeschafft werden. Das gesparte Geld wird für den Kitaausbau gesteckt werden.
Das Kindergeld soll neu strukturiert werden, damit Familien mit geringen und mittleren Einkommen nicht auf das Hartz4-Niveau abrutschen.
Das Ehegattensplitting soll durch ein Partnerschaftstarif ersetzt werden.
Beide Einkommen sollen mit einem gleich hohem Durchschnittssatz besteuert werden.
Überdies soll eine Familienarbeitszeit eingeführt werden, die es ermöglicht die Arbeitszeit befristet zu reduzieren ohne, dass es sich negativ auf den Angestellt auswirkt. Für die Rückkehr in Vollzeit soll es einen Rechtsanspruch geben.
Fernen soll die Ehe für gleichgeschlechtliche Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften geöffnet, im Adoptions- und Steuerrecht gleichgestellt werden

Gesundheit und Pflege
Die Zweiklassenmedizin soll beendet werden. Damit dies gelingt, soll eine Bürgerversicherung als Krankenvoll- und Pflegeversicherung eingeführt werden. Jeder soll in der Bürgerversicherung unabhängig von Erwerbsstatus, Alter, Geschlecht oder dem Gesundheitsrisiko aufgenommen werden.
Die Finanzierung erfolgt über:
den Bürgerbetrag, welcher den Arbeitnehmerbeitrag ersetzen soll. Er wird prozentual nach der Leistungsfähigkeit auf das Einkommen bezahlt. Die Beitragsbemessungsmenge soll bleiben. Zusatz- und Sonderzahlungen sollen wegfallen. Familienmitglieder ohne Einkommen und Kinder sollen weiterhin beitragsfrei mitversichert sein.
den Arbeitgeberbeitrag, der weiterhin bei lohnbezogenen Beiträgen die Hälfte übernimmt.
den Steuerbetrag. Dafür soll die Zinsabsatzsteuer erhöht werden. So werden eine Einkünfte aus Kapitalerträgen in die Finanzierung der Bürgerversicherung eingezogen.


Ich finde das Programm von der SPD gut, weil sie sich für mehr Gleichheit, mehr Gerechtigkeit einsetzen und die Themen ansprechen, die wichtig für jeden Bürger sind. Die SPD setzt aus Solidarität und Gemeinschaft. Das ist in meinen Augen das, was ein gutes Land ausmacht: Niemand wird im Stich gelassen! 



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Organspende



Bei diesem Thema könnten die Menschen nicht unterschiedlicher Meinung sein. Es gibt auch nur zwei Extremen: spenden und nicht spenden. Natürlich hat man die Möglichkeit bestimmte Organe nicht zu spenden.
Ich habe ein paar Diskussionen online verfolgt (überwiegend auf der Erdbeerlounge) und leider musste ich feststellen, dass die Nichtsspender wenig toleriert werden. Man rettet ja leben, wenn man tot ist - was könnte es besseres geben?!
Eine Organentnahme ist nach der Feststellung des Hirntods möglich. Doch ist man bei einem Hirntod tatsächlich tot? Das ist umstritten. Auf der einen Seite ist das Gehirn etwas, was unsere Persönlichkeit  ausmacht. Auf der anderen Seite kann auch ein Hirntoter krank werden, sich bewegen und sogar ein Kind zur Welt bringen (siehe Erlanger Baby). Und spüren Hirntote überhaupt schmerzen? (Das ist eine Frage, auf die es nie eine Antwort geben wird, weil ein Hirntoter nicht erwachen und uns davon berichten wird. Wir können es nur vermuten aber nicht wissen.) Ich will mich nicht zu sehr in dieses Thema vertiefen. Fakt ist, dass der Hirntod umstritten und die Grenze genauso wie bei der Abtreibung willkürlich gesetzt wurde.
Das Totschlagargument der Befürworter ist 'Ich helfe Menschen auch nach meinem Tod!'. Man muss hier aber bedenken, dass bei dem Empfänger die Lebensqualität sinken könnte (zum Beispiel durch die Medikamenteneinnahme). Natürlich könnte er aber auch an Lebensqualität gewinnen.
Außerdem frage ich mich, ob man sich dadurch nicht einfach ein reines Gewissen erkaufen möchte, weil man während seiner Lebenszeit sich kein bisschen um die Menschen, Tiere und Umwelt gekümmert hat. (Und nein, dass ist keine Unterstellung, sondern meine Vermutung, die nicht auf jeden Spender zu treffen muss.)
Hin zu kommen noch die ganzen Skandale (Hirntod ist festgestellt worden, obwohl es keinen gab, Manipulation der Daten, etc.), die eine ziemlich abschreckende Wirkung haben.
Ich persönlich finde das Gefühl nicht als Mensch, sondern als Ersatzteil betrachtet zu werden am schlimmsten. Ich möchte auch nicht, dass man auf meinen Tod wartet, um ein anderes Leben zu retten - so bekomme ich das Gefühl, dass mein Leben weniger Wert ist als das des anderen.
Überdies gefällt mit die Meinung der freiwilligen Spender nicht. Zu mindestens die, die in den online Diskussionen vermittelt wird. Es ist so, als ob eine freiwillige Organspende eine Pflicht ist. Diese Erwartungshaltung widert mich richtig an. Eine Spende ist ein Geschenk - und niemand sollte dazu gezwungen werden!


Hier hat man übrigens die Möglichkeit, problemlos und schnell sich einen Organspendeausweis zu machen und auszudrucken.
Ich habe jetzt einen, auf dem drauf steht, dass ich nicht spende. (Im falle meines Hirntodes sollen nicht meine Verwandet diese schwierige Entscheidung für mich treffen.) Und du?

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